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Neue Freunde nur ein paar Klicks entfernt
Neue Freunde nur ein paar Klicks entfernt
Zum Abschied gab es Tränen“, gestehen die neun Schülerinnen und Schüler der Ernst Ludwig-Schule in Bad Nauheim freimütig, als sie von ihrer Zeit in Polen erzählen, in der sie zusammen mit polnischen, rumänischen, finnischen und spanischen Schülern eine Broschüre zum Thema „Wasser in der Kultur“ erarbeitet haben. Die Reise machten sie im Rahmen des Comenius-Projektes „Wasser – Quelle des Lebens“, das fünf europäische Schulen für zwei Jahre miteinander partnerschaftlich verbindet und es den Schülern ermöglicht, ihre Altersgenossen in den anderen Ländern zu besuchen.
Dabei wird viel gearbeitet, aber natürlich gibt es auch Ausflüge und gemeinsame Unternehmungen wie jetzt in Polen Eislaufen, Sightseeing und Schwimmen. Für die Schüler bedeutet das vor allem, dass sie neue Freundschaften geschlossen haben: „Die sind ja wie wir, haben wir schnell festgestellt, und alle waren so offen“, erzählt Franziska Schwebel, die mit dabei war. Man habe sich mit Händen und Füßen verständigt, wenn es am Englisch mangelte, das sei schon gegangen. Die Unterschiede zwischen Jugendlichen verschiedener Nationen waren viel geringer, als alle dachten, und so wuchs die Gruppe innerhalb weniger Tage zu einer festen Gemeinschaft zusammen. „Zu vielen haben wir immer noch täglich, beispielsweise über Facebook, Kontakt“, ergänzt Franziska. Hier sieht man: Europa wächst zusammen, die neuen Freunde sind nur noch ein paar Klicks entfernt. „Auch die Gastfamilien waren sehr offen und herzlich“, erzählt Sebastian Kautz, „viele haben selbst auf etwas verzichtet, damit wir es so gut wie möglich haben.“
Kleine Unterschiede zu Deutschland gab es dann aber doch: „Das Inventar in der Schule zum Beispiel war viel älter als bei uns, und es gab in jedem Klassenraum genau dieselbe Tischanordnung und Sitzordnung“, erinnert sich Chris Bürger. Davon konnten sich die deutschen Jugendlichen überzeugen, als sie ein Tag lang am polnischen Unterricht teilgenommen haben.
Die Idee zu diesem Projekt stammt von Annegret Zozmann, Lehrerin an der Ernst Ludwig Schule. Schon vor zwei Jahren hat sie mit den ersten Vorbereitungen begonnen, im Dezember 2008 fand dann ein erstes Treffen der Lehrerinnen und Lehrer aller beteiligten Schulen statt. Der Großteil der benötigten Gelder stammt aus EU-Fördermitteln, doch da diese knapp bemessen sind, greift die OVAG den Bad Nauheimer Schülern mit einer kräftigen Finanzspritze unter die Arme.
In kleinen Gruppen, die sich jeweils aus allen Nationen zusammensetzten, haben die Jugendlichen untersucht, welche Bedeutung Wasser in der Kultur eines jeden Landes hat und dazu Literatur, Kunst, Sprichwörter und Traditionen verglichen. Am Ende kam dabei eine Broschüre heraus, die nun gedruckt wird und nicht nur an alle Teilnehmer, sondern auch an die beteiligten EU-Gremien ausgegeben wird, um die Arbeit zu dokumentieren. Neben Chris, Sebastian und Franziska waren Ann-Kathrin Kieninger, Tim Stoffel, Katharina Luckas, Isabel Kreuder, Elena Stromberger und Lea Christodoulatos dabei.
Im Mai kommen die vier Partnerschulen zu Besuch an die Ernst Ludwig Schule, diesmal wird ein Film zum Thema „Wasser und Gesundheit“ erarbeitet. Im Laufe dieses und nächsten Jahres folgen dann noch die drei Besuche in Finnland, Rumänien und Spanien. „Ich hoffe, dass wir unseren Gästen im Mai dieselbe herzliche Aufnahme bereiten können, wie sie sie uns in Polen bereitet haben“, wünscht sich Lehrerin Annegret Zozmann.

