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Energiewende vor Ort – Erfolgreiche Kooperation beim Windpark Kopf und Köppel in Ulrichstein

Meldung vom 16.06.2017

Erster Spatenstich für Windpark – Bauarbeiten haben begonnen

Endlich kann es losgehen. Fast fünf Jahre Vorplanung und sogar eine aufwändige Umweltverträglichkeitsprüfung waren erforderlich, bis die Vorbereitungen zum Bau von zwei weiteren Windenergieanlagen moderner Bauart am Standort Ulrichstein-Kopf und Köppel begonnen werden können und es nun zum ersten, symbolischen Spatenstich kam.

Das Regierungspräsidium in Gießen hatte den Bau von zwei Anlagen vom Typ Enercon E 101 mit einem Rotordurchmesser von 101 Metern, einer Nabenhöhe von 149 Metern und einer Nennleistung von je drei Megawatt im Dezember 2016 genehmigt. Aus naturschutzfachlichen Gründen wurden zunächst Ende Februar vom Forstamt Schotten die Baumfällarbeiten erledigt. Bis Ende Juli finden nun die konkreten Vorbereitungen auf der Baustelle statt. Im August soll der Turmbau beginnen. Mit den Erdarbeiten wurde zum Schutz von Haselmäusen erst ab Mitte Mai (nach Ende deren Winterschlafphase) begonnen.

Investoren und Betreiber für das Projekt sind die ovag Energie AG aus Friedberg und der in Schwalmtal ansässige Unternehmer Andy Bohn, die dazu gemeinsam eine Projektgesellschaft, die Windpark Kopf & Köppel GmbH & Co. KG gegründet haben. Schon mehrfach hatte die HessenEnergie, ein Tochter-Unternehmen der ovag Energie AG, mit Familie Bohn zusammengearbeitet. Diese gute Zusammenarbeit wurde bei dem neuen Vorhaben in Ulrichstein jetzt noch weiter vertieft, betonen die beiden gleichberechtigten Geschäftsführer der Projektgesellschaft, Dr. Hans-Peter Frank, Prokurist bei der ovag Energie AG und Andy Bohn.

Am symbolischen ersten Spatenstich nahmen Vertreter der Vertragsparteien teil wie Rainer Schwarz, Vorstand der ovag Energie AG. Er, erläuterte, das Großprojekt solle rund zehn Millionen Euro kosten.

Für den Standort sprechen neben der für einen Mittelgebirgsstandort sehr guten Stromertragsprognose auch die bereits vorhandenen sieben bestehenden Anlagen westlich des neuen Windparks, zudem das vorhandene Wegenetz sowie die angrenzende Landesstraße. Gerd Morber, Bereichsleiter bei der HessenEnergie: „Das Vorhaben ist ein wichtiger Meilenstein und ein bedeutsamer regionaler Beitrag zur Verminderung klimaschädlicher Emissionen aus der konventionellen Stromerzeugung sowie zur Ressourcenschonung.“

„Durch Nutzung gemeindeeigener Flächen, für die wir jährliche Pachterlöse erhalten, bleibt ein nennenswerter Teil der Wertschöpfung direkt in der Kommune und wir realisieren unseren Beitrag zum Ausbau der dezentralen, regenerativen Energieversorgung“, freut sich Ulrichsteins Bürgermeister Edwin Schneider.

Die Auswirkungen auf die Allgemeinheit und die Nachbarschaft wurden im aufwändigen Verfahren nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) durch das Regierungspräsidium Gießen unter Beteiligung von mehr als 20 Trägern öffentlicher Belange geprüft. Dazu gehören die Themen Naturschutz und Avifauna, Schall, Schattenwurf, Denkmal- und Gewässerschutz sowie Landschaftsbild, um nur einige zu nennen. Eine große Anzahl detaillierter Gutachten mussten dazu vorgelegt werden. Mit dem öffentlichen Erörterungstermin im November 2016 wurde zudem größtmögliche Verfahrenstransparenz für die Bevölkerung hergestellt. „Von ursprünglich vier geplanten Anlagen lassen sich nach dem Verfahren nur zwei an diesem Standort realisieren“, erläutert Dr. Hans-Peter Frank von der ovag Energie AG und gleichzeitig Geschäftsführer der Hessen Energie: „Aber mit der hier erwarteten Windstromproduktion von rund 16,4 Mio. kWh pro Jahr lässt sich rechnerisch der Stromverbrauch von jährlich zirka 4.800 Haushalten decken.“

„Als der Region verbundene Investoren legen wir auch großen Wert auf eine möglichst hohe Wertschöpfung in der Region. So kommt die für den Tiefbau zuständige Firma Gringel, die sich in der Ausschreibung durchgesetzt hat, aus dem hessischen Schwalmstadt“, hebt Andy Bohn hervor. In die Finanzierung des Projektes eingebunden ist die Volksbank Mittelhessen.

Neben der Errichtung der Windenenergieanlagen sind die Verlegung der Anschlussleitungen zur Einspeisung des Stroms sowie der Bau der Zuwegung notwendig. Nach dem Bau wird wieder aufgeforstet, aber einige Bereiche rund um die Anlagen und ein Teil der Zuwegung müssen natürlich baumfrei bleiben. „Für den hier entstehenden Waldverlust finden jedoch Ersatzaufforstungen in unmittelbarer Nähe statt“, hebt Manuel Esterle von der HessenEnergie hervor. Eine verpflichtende ökologische Baubegleitung sorgt dafür, dass der Eingriff in die Natur schonend erfolgt. Damit nach der geplanten Betriebsdauer der Anlagen ein Rückbau auch sicher erfolgen kann, verlangt die Behörde eine Sicherheit in Form einer Rückbaubürgschaft, die die Investoren hinterlegen müssen.
Wenn alles gut läuft, sollen die beiden Anlagen im Spätsommer errichtet werden und im Herbst in Betrieb gehen.

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