Modernisierung der Bahnhöfe im ZOV-Verbandsgebiet

Ein Bahnhof ist nicht nur eine Verkehrsstation, er ist immer auch ein Ort des Willkommenheißens und Abschiednehmens. Ein gepflegtes Empfangsgebäude und das nähere Umfeld eines Bahnhofes sind oft die Visitenkarte einer Kommune. Viele Kommunen wünschen sich deshalb einen modernen und barrierefreien Bahnhof mit ansprechender Umgebung und weiteren Mobilitätsangeboten, wie eine Bushaltestelle, Park+Ride oder auch Fahrradabstellanlagen. Die Eigentumsverhältnisse von Bahnhofsgebäuden, Bahnsteig- und Gleisanlagen sowie dem Umfeld sind jedoch sehr komplex und erfordern eine enge Abstimmung und Kooperationsbereitschaft mit allen Verantwortlichen.

In der Vergangenheit ist bei Modernisierungen die Initiative entweder von der Eigentümerin DB Station&Service AG (DB) oder der Kommune ausgegangen, wobei die DB nur für die Benutzbarkeit und Verkehrssicherheit der Stationen verantwortlich ist. Wenn einzelne Anlagen – wie zum Beispiel eine Unterführung oder ein Bahnsteig – fehlen, werden diese über Mittel aus der „Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung“ realisiert. Diese Vereinbarung wird durch den Bund finanziert und um Eigenmittel der DB ergänzt. Beispiele hierfür sind der Bahnhof Reiskirchen oder noch anstehend Großen Buseck, Büdingen und Lich. Die 2011 abgeschlossene „Rahmenvereinbarung zur Modernisierung von Verkehrsstationen in Hessen“ regelt das Arbeitsprogramm, die Durchführung und deren Finanzierung. Da die DB nur finanzielle Mittel für die Wiederherstellung abgängiger, sprich baufälliger Anlagen zur Verfügung hat, müssen häufig die Kommunen den barrierefreien Ausbau finanzieren und werden hierbei zusätzlich durch das Land Hessen unterstützt: Das Land finanziert bis zu 85 % der zuwendungsfähigen Baukosten. Auf dieser Basis wurden bereits einige Projekte durchgeführt.

ZOV und RMV unterstützen Kommunen bei der Sanierung.

In den letzten Jahren konnten viele der betroffenen Kommunen, aufgrund der angespannten Haushaltslage, die für eine Modernisierung notwendigen Eigenmittel leider nicht aufbringen oder zum Verkauf stehende Bahnhofsgebäude nicht erwerben. Private Investoren haben vielerorts die Empfangsgebäude aufgekauft und diese renoviert. Oft wurde jedoch nichts getan und die Gebäude verfallen. Der Zweckverband Oberhessische Versorgungsbetriebe (ZOV) unterstützt, ebenso wie der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) die Kommunen bei der Modernisierung der Bahnstationen. Durch die Beteiligung an den Kosten von Machbarkeitsstudien oder bei weiterführenden Planungen der Verkehrsstationen ist der ZOV in Kooperation mit dem RMV bei vielen Projekten von Anfang an eingebunden.

Barrierefreier Bahnhof Hungen als gelungenes Beispiel einer Modernisierung.

Ein Beispiel für einen erfolgreichen Umbau ist der Bahnhof Hungen. Im Jahr 2017 wurde die barrierefreie Bahnstation nach sechsjähriger Planungs- und Bauzeit eröffnet. Die Stadt Hungen erwarb zuvor das Bahnhofsgebäude und renovierte es aufwendig. Dies gilt auch für das weitere Bahnhofsgelände, das jetzt über ausgebaute Wege, Parkmöglichkeiten und eine Bushaltestelle verfügt. Neben der optischen Aufbereitung des Bahnhofs hat der Durchbruch auf die andere Gleisseite den Weg für Fußgänger und Radfahrer zum angrenzenden Stadtbereich erheblich verkürzt und insbesondere auch für Schüler sicherer gemacht. Die Rahmenvereinbarung zur Modernisierung von Bahnstationen in Hessen läuft 2019 aus. Sie wird derzeit fortgeschrieben.

Ansprechpartner:
ZOV-Verkehr
Frau Beate Bernshausen
Tel.: 06031 16609-173
E-Mail: b.bernshausen@zov-verkehr.de

Zurück