BEG Förderung durch BAFA und KfW.

Mit der Bundesförderung für effiziente Gebäude bauen oder sanieren.

Die Bundesförderung für effiziente Gebäude – oft auch als BEG Förderung bezeichnet – fasst seit Januar 2021 alle Förderangebote des Bundes zum Thema Bauen und Sanieren unter einem Dach zusammen. Dabei ersetzt die BEG Förderung die bisher bestehenden Förderprogramme für erneuerbare Energien im Gebäudebereich und wird durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) in drei Teilprogramme für Wohngebäude, Nichtwohngebäude und Einzelmaßnahmen unterteilt.

BEG WG: Förderung für Wohngebäude, Neubau und Sanierung.

Möchten Sie eine Gesamtsanierung oder Neubau zum Effizienzhaus umsetzen? Dann beantragen Sie eine Förderung über die „BEG WG“. Der Teilbereich „BEG WG“ für Wohngebäude, Neubau und Sanierung gehört zu den systemischen Maßnahmen und entspricht in seiner Grundstruktur der früheren KfW Förderung für Effizienzhäuser und wurde nun um zusätzliche Förderanreize erweitert. Neben Krediten können nun auch Zuschüsse für das eigene Förderprojekt bei der KfW beantragt werden. Zudem kann der maximale Kreditbetrag für einen Förderkredit von 120.000 Euro auf 150.000 Euro pro Wohneinheit angehoben werden. Dies ist seit dem 01.07.2021 durch eine Zusatzförderung möglich, die sich in zwei Klassen aufteilt:

  • EE-Klasse für erneuerbare Energien.
  • NH-Klasse bei vorhandenem Nachhaltigkeitszertifikat

Die Voraussetzungen für die EE-Klasse sind erfüllt, wenn die Wärmeversorgung von Wohngebäuden zu mindestens 55% durch erneuerbare Energien abgedeckt wird. Dies kann z.B. durch die Nutzung von Solarthermie, einer effizienten Wärmepumpe, die Verfeuerung von Biomasse oder den Anschluss an Fernwärme erreicht werden. Um die Zusatzförderung über die NH-Klasse beanspruchen zu können, wird ein Nachhaltigkeitszertifikat des Förderobjekts benötigt.

Je nach Effizienzhaus-Standard können zurzeit Fördersätze im Neubau von 15 bis 25% und bei Bestandsgebäuden von 25 bis 45% in Anspruch genommen werden. Das aktuelle Förderprogramm finden Sie auch auf der Website der KfW unter Wohngebäude – Kredit (261,262).

BEG EM für Einzelmaßnahmen.

Möchten Sie nur einzelne Maßnahmen an Ihrem Gebäude umsetzen? Dann ist das Förderprogramm „BEG EM“ richtig für Sie. Die „BEG EM“ ist der Teil der Bundesförderung für effiziente Gebäude, der früher im Wesentlichen durch die BAFA Förderung abgedeckt war. Förderfähige Einzelmaßnahmen der „BEG EM“ sind in der Regel Sanierungsmaßnahmen für Wohngebäude, mit denen zunächst kein Effizienzhaus-Standard erreicht wird. Folgende Maßnahmen werden derzeit mit Fördersätzen von 20% bis zu 45% bezuschusst:

Einzelmaßnahmen Anlagetechnik

Einbau, Austausch und Optimierung von Lüftungsanlagen
Einbau von „Efficiency-Smart-Home-Geräten“

Förderung für Heizungsanlagen

Gas-Brennwertheizungen „Renewable Ready“
Gas-Hybridanlagen
Solarthermieanlagen
Wärmepumpen
Biomasseanlagen
Innovative Heizanlagen auf Basis von erneuerbaren Energien oder EE-Hybridheizungen
Anschlüsse an Gebäude- und Wärmenetze, wie z.B. Fernwärme

Einzelmaßnahmen Gebäudehülle

Wärmedämmung von Außenwänden, Dach, Geschossdecken und Bodenflächen
Austausch von Fenstern und Außentüren
Sommerlicher Wärmeschutz

Förderung von Heizungsoptimierung

Gefördert werden sämtliche Einzelmaßnahmen, welche die Energieeffizienz der Heizung erhöhen, wie z.B. der Austausch der Heizungspumpe oder ein hydraulischer Abgleich. Auch die Kosten auf eine Heizlastberechnung sind in diesem Zusammenhang förderfähig.

Förderung von Fachplanung und Baubegleitung

Fachplanungen und Baubegleitung werden bei einer Sanierung von Wohngebäuden und Nichtwohngebäuden mit 50% gefördert. 

Einen Überblick mit den aktuellen Fördersätzen finden Sie auch auf der Website des BAFA unter Förderübersicht Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG).

BEG Förderung: Zusatzbonus mit individuellem Sanierungsfahrplan (iSFP).

Wer seine Sanierungsmaßnahmen mit einem individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) umsetzt, kann mit einem Zusatzbonus in Höhe von 5 Prozent zum eigentlichen BAFA-Zuschuss rechnen. Voraussetzung hierfür ist, dass die im iSFP empfohlenen Einzelmaßnahmen innerhalb von 15 Jahren ausgeführt werden.

Höherer Förderbetrag bei Baubegleitung.

Mit der Einführung der Bundesförderung für effiziente Gebäude wurde die Förderung für die Baubegleitung durch einen Energieeffizienz-Experten erhöht und der maximale Förderbetrag für Ein-, Zwei- und Mehrfamilienhäuser deutlich angehoben. In den Mindestbetrag für die Investition zählen außerdem die Kosten für Fachplanung und Baubegleitung hinzu.

Wichtig für die Genehmigung der Förderung: Um eine Förderung durch die BEG zu erhalten, muss der Förderantrag vor der Auftragserteilung eingereicht werden und nicht wie früher erst vor Beginn der Baumaßnahmen!
Zudem müssen alle Maßnahmen je nach Förderung den bauteilbezogenen technischen Mindestanforderungen entsprechen. Eine Übersicht finden Sie auf der Website des BMWI unter: Richtlinien zur Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)

Wer darf für die BEG Förderung einen Antrag stellen?

Prinzipiell kann jede natürliche oder juristische Person Antragsteller sein. Zu beachten ist jedoch, dass in der Regel ein Energieeffizienz-Experte verpflichtend hinzugezogen werden muss, der sich um die Erstellung der erforderlichen Projektbeschreibung und -nachweise kümmert. Lediglich bei Wärmeerzeugung bzw. Heiztechnik und der Optimierung von Heizsystemen kann ein Antrag auch ohne die Einbindung eines zugelassenen Energieeffizienz-Experten erfolgen.

Übrigens, wenn Sie einen Energieeffizienz-Experten für die BEG Förderung in der Nähe suchen, sprechen Sie unser Energieberater-Team einfach an. Gerne helfen wir Ihnen hier weiter! Mehr Infos finden Sie auch unter: Energieeffizienz-Experte für BEG Förderung.

Wo wird die BEG Förderung beantragt – beim BAFA oder bei der KfW?

Bis am 01.01.2023 alles einfacher wird und alle Anträge über eine Plattform gestellt werden können, gibt es noch eine Übergangslösung. Seit dem 01.07.2021 können Förderungen wie folgt angefragt werden:

Bei der KfW:

Beim BAFA:

Ab wann benötige ich einen Energieeffizienz-Experten für meinen BEG Förderantrag?

Die Antragstellung ohne Einbindung eines Energieeffizienz-Experten ist nur für Anlagen zur Wärmeerzeugung (Heizungstechnik) und Heizungsoptimierung möglich. Bei einer Antragstellung für Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle und Anlagentechnik – außer Heizung – muss ein Energieeffizienz-Experte eingebunden sein. 

Ist über die BEG auch eine Photovotaikanlage förderfähig?

Ja, mit der Bundesförderung für effiziente Gebäude werden auch Photovoltaikanlagen über die EE-Klasse gefördert. Vorausgesetzt wird hierbei, dass mindestens 55 Prozent der Wärme- und Kälteversorgung des Hauses bzw. Sanierungsobjekts durch erneuerbare Energien abgedeckt werden.

Weiterhin wichtig hierbei: Die BEG Förderung wird für die Photovoltaikanlage nur gewährt, wenn für diese keine weitere Förderung oder Einspeisevergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) in Anspruch genommen wird.

Falls Sie weitere Fragen zur PV-Förderung haben, sprechen Sie unserer Energieberater-Team gerne an. Übrigens, wir führen für Sie auch einen Photovoltaik-Check durch.

BEG Förderung Wärmepumpe: Wie hoch sind die neuen Fördersätze?

Mit der Bundesförderung für effiziente Gebäude lohnt es sich, auf ein neues Heizsystem zu setzen. Aktuell liegen die Fördersätze für einen Heizungsaustausch zu einem Heizsystem mit Wärmepumpe bei 35%. Wenn Sie den Austausch einer alten Ölheizung planen, können Sie sogar mit 45% rechnen.

Falls Sie Fragen zur Heizungsförderung haben oder wissen möchten, welche neue Heizung für Ihre Situation am besten geeignet ist, sprechen Sie uns an. Zudem finden Sie auf folgender OVAG-Website weitere Infos zum Thema Wärmepumpe.

Übrigens, unsere Energieeffizienz-Experten helfen Ihnen auch mit dem Heizungscheck nach DIN EN 15378 bei der Optimierung Ihrer bestehenden Heizungsanlage oder führen für Sie eine Heizlastberechnung durch.

Hinweis: Die Informationen auf unserer Website zu den staatlichen Förderungen beziehen sich auf den Stand Juli 2021.