Nicht durch uns beeinflussbare Strompreisbestandteile: Die Kosten für Netznutzung, Steuern, Umlagen und Abgaben.

Für alle, die mehr über diese Preisfaktoren wissen möchten, haben wir hier die einzelnen Bestandteile genauer zusammengefasst:

Umlage nach § 60 Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG-Umlage).

Diese Umlage wurde im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes eingeführt, um den Ausbau von Anlagen zur Erzeugung regenerativer Energie zu fördern. Sie betrug zuletzt netto 3,723 ct/kWh und ist zum 01.07.2022 weggefallen. Seitdem wird sie in der Stromrechnung automatisch nicht mehr berechnet.

Netzentgelte, Entgelte für den Messstellenbetrieb.

Bei den Netzentgelten handelt es sich um die Entgelte, die von den Stromlieferanten an die Netzbetreiber für die Benutzung der technischen Infrastruktur, also den Transport und die Verteilung der Energie, bezahlt werden müssen. Hierbei werden zum Beispiel Kabel, Freileitungen, Umspannwerke und Trafostationen bis hin zum Hausanschluss im Gebäude der Kunden in Anspruch genommen. Damit eine wirtschaftliche Betriebsführung, Instandhaltung und Erneuerung gewährleistet ist, unterliegen die Kalkulationen der Netzbetreiber der behördlichen Kontrolle durch die Bundesnetzagentur. Neben den Netzentgelten fallen zudem noch Entgelte für den Messstellenbetrieb an. Diese „Messkosten“ werden gemäß den gesetzlichen Vorgaben für konventionelle – also mechanische Zähler – und die modernen Messeinrichtungen je nach tatsächlich eingebautem Messsystem in unterschiedlicher Höhe und Form an die Lieferanten abgerechnet. Die Kosten für konventionelle Messeinrichtungen werden als Bestandteil der Netzentgelte abgerechnet. Bei digitaler Messtechnik können diese gesondert vom Netzentgelt abgerechnet werden. Bei den unten genannten Entgelten für den Messstellenbetrieb handelt es sich um Durchschnittswerte, die sich aus den unterschiedlichen Messentgelten zusammensetzen. Für die Tarife im Netzgebiet der ovag Netz GmbH betrugen die Netzentgelte im Jahr 2022 netto: Arbeitspreis 6,990 ct / kWh, Grundpreis 60,00 € / Jahr sowie Kosten für den Messstellenbetrieb 12,83 € / Jahr. Für 2023 betragen die Netzentgelte netto: Arbeitspreis 8,640 ct / kWh, Grundpreis 62,05 € / Jahr sowie Kosten für den Messstellenbetrieb 13,84 € / Jahr. Da die OVAG Grundversorger in mehreren Netzgebieten ist, gelten für den Grundversorgungstarif ovagKlassik andere Entgelte für die Netznutzung sowie den Messstellenbetrieb. Die genauen Preise finden Sie unter Preise 2023.

Konzessionsabgabe (für Strom).

Die Konzessionsabgabe ist vom Netzbetreiber an die Städte und Gemeinden zu bezahlen. Sie ist das Entgelt für die Wegenutzung, also für die Inanspruchnahme der öffentlichen Wege, zur Erschließung des Verteilnetzes für die unmittelbare Versorgung von Letztverbrauchern. Diese Konzessionsabgabe wird den Stromlieferanten im Rahmen der Abrechnung für die Netznutzung belastet. Sie ist in ihrer Höhe gestaffelt nach der Einwohnerzahl je Stadt oder Gemeinde:

Konzessionsabgaben (netto) nach Einwohnerzahl
bis 25.000 Einwohner 1,32 ct / kWh
bis 100.000 Einwohner 1,59 ct / kWh
bis 500.000 Einwohner 1,99 ct / kWh
über 500.000 Einwohner 2,39 ct / kWh
für Strom im Schwachlasttarif 0,61 ct / kWh
für Kunden mit registrierender Leistungsmessung 0,11 ct / kWh

Bei der Kalkulation der Preise wird ein Durchschnittswert entsprechend der jeweils tatsächlich zu leistenden Konzessionsabgabe ermittelt. Der Durchschnittswert beträgt netto 1,348 ct / kWh.

Umlage nach § 26 des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes (KWK-Umlage).

Sie wurde mit dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG) im Jahre eingeführt. Das Gesetz dient der Förderung der Stromerzeugung aus Anlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung, die als besonders effizient und umweltfreundlich gelten. Zum Zwecke der Energieeinsparung, des Umweltschutzes und der Erreichung von Klimaschutzzielen wird mit dieser Umlage die Förderung von Neubauten und die Instandhaltung bzw. Modernisierung von KWK-Anlagen auf alle Bürger umgelegt. Sie sinkt ab 01.01.2023 leicht von netto 0,378 auf 0,357 ct/kWh (bei einem Jahresverbrauch bis zu 100000 kWh).

Umlage nach § 19 Abs. 2 Stromnetzentgeltverordnung (§ 19 StromNEV-Umlage).

Diese Umlage wurde erstmals erhoben. Sie dient dem Ausgleich für entgangene Erlöse, welche die Netzbetreiber haben, da sie nach der gesetzlichen Vorgabe (§ 19 Netzentgeltverordnung) bestimmte stromintensive Unternehmen von der Zahlung der Netzentgelte befreien oder diese zumindest reduzieren müssen. Die § 19 StromNEV-Umlage wird von den Netzbetreibern im Rahmen der Netznutzungsabrechnung von den Lieferanten erhoben und an die Übertragungsnetzbetreiber durchgereicht. Die Veröffentlichung der Umlage erfolgt am 20. Oktober eines jeden Jahres. Die neue, häufig erwähnte „Wasserstoffumlage“ (§ 118 Abs. 6 Satz 9–11 Energiewirtschaftsgesetz) ist für 2023 Bestandteil der § 19 StromNEV-Umlage und wurde daher nicht gesondert veröffentlicht. Die § 19 StromNEV-Umlage sinkt ab ebenfalls leicht von netto 0,437 ct / kWh auf 0,417 ct / kWh.

Umlage nach § 17f Abs. 5 Energiewirtschaftsgesetz (Offshore-Netzumlage).

Für Störungen oder Verzögerungen bei der Netzanbindung von betriebsbereiten Offshore-Windenergieanlagen müssen die Übertragungsnetzbetreiber Entschädigungszahlungen an die Betreiber leisten. Diese wurden bereits in der Vergangenheit über die Umlage nach § 17f Abs. 5 EnWG ausgeglichen. Darüber hinaus entstehen den Übertragungsnetzbetreibern weitere Kosten für die Offshore-Anbindung sowie den Flächenentwicklungsplan, die nunmehr über diese Umlage finanziert werden. Die daher als „Offshore-Netzumlage“ bezeichnete Umlage nach § 17f Abs. 5 EnWG gleicht Teile dieser Kosten aus. Sie wird als Aufschlag auf die Netzentgelte erhoben und auf die Letztverbraucher in Cent pro verbrauchter Kilowattstunde umgelegt. In 2022 betrug diese Umlage netto 0,419 ct / kWh. Sie steigt zum   auf 0,591 ct / kWh.

Umlage nach § 18 der Verordnung zu abschaltbaren Lasten (AbschaltVO – Umlage für „abschaltbare Lasten“).

Zur Stabilisierung des Stromnetzes müssen die Übertragungsnetzbetreiber schnell auf Schwankungen innerhalb des Netzes reagieren. So kann es zur Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit notwendig sein, dass bestimmte Anlagen (z. B. Industrieanlagen oder stromintensive Produktionsprozesse) abgeschaltet oder deren Leistung reduziert werden müssen. Für die Bereitschaft und die jeweilige Drosselung bzw. Abschaltung dieser Anlagen müssen die Übertragungsnetzbetreiber Ausgleichszahlungen an die Betreiber leisten. Die Umlage für „abschaltbare Lasten“ dient dem Ausgleich dieser Zahlungen. In 2022 betrug die Umlage netto 0,003 ct / kWh. Ab .

Stromsteuer.

Die Stromsteuer ist eine auf Bundesebene geregelte Verbrauchssteuer und im Stromsteuergesetz (StromStG) festgeschrieben. Sie wurde am eingeführt und beträgt, wenn keine besonderen Regelungen anwendbar sind, aktuell netto 2,05 ct / kWh.

Umsatzsteuer.

Sie beträgt derzeit 19 % und heißt umgangssprachlich Mehrwertsteuer. Sie wird auf die Netto-Stromrechnung und somit auch auf alle oben aufgeführten Steuern, Umlagen und Abgaben aufgeschlagen.