E-Mobilität heißt auch Wertschöpfung in der Region.

So treibt die OVAG-Gruppe die Verkehrswende im Versorgungsgebiet voran.

Dass die Elektromobilität Fahrt aufgenommen hat, beweisen das Straßenbild und die Zahlen: Allein für Januar bis August 2021 meldete das Kraftfahrtbundesamt rund 203.000 neu zugelassene reine Elektroautos, das ist ein Anteil von rund 15 Prozent aller Neuzulassungen. Zum Vergleich: Bis vor zwei Jahren „dümpelte“ dieser Anteil immer um ein Prozent. Auch das öffentliche Ladenetz und die zugehörige Infra- und Informationsstruktur wurden enorm ausgebaut. Wie steht es in der Wetterau, den Landkreisen Gießen und Vogelsberg? Im Interview informieren die OVAG-Vorstände Joachim Arnold und Oswin Veith über den Stand der E-Mobilität in unserer Region.

Wo sehen Sie die Gründe für das enorme Voranschreiten der E-Mobilität?

Arnold Zum einen das allgemein gestiegene Bewusstsein für den Klimaschutz, zum anderen die Einschränkungen und Anreize, die die Politik geschaffen hat und weiter schafft. Einerseits haben wir Fahrverbote für alte Diesel in bestimmten Bereichen, andererseits Neuregelungen, die die Anschaffung eines E-Autos erleichtern, zum Beispiel: Die Zustimmung der Hausgemeinschaft zum Anbringen einer Wallbox kann nicht mehr verweigert werden, und bei Neubauten muss in vielen Fällen die Infrastruktur für E-Ladepunkte geschaffen werden. Dazu kommen die staatlichen Förderungen beim Kauf eines E-Fahrzeugs und einer Wallbox.

Spürt man auch im Versorgungsgebiet der OVAG den „Boom“ der Elektrofahrzeuge?

Veith Natürlich. Etwa 20 bis 25 Anfragen erreichen unseren Vertrieb täglich. Fragen zu unseren Angeboten wie den Wallboxen und dem zugehörigen Autostrom-Tarif, unseren Elektroladesäulen oder der OVAG E-Mobil-App. Die Auslastung der Elektroladepunkte ist stetig gestiegen. Insgesamt betreibt die OVAG derzeit knapp 70 Ladesäulen mit je zwei Ladepunkten in fast allen Städten und Gemeinden im Versorgungsgebiet, alle mit 100 Prozent Ökostrom versorgt. Aufgestellt wurden sie in Kooperation mit den Kommune, wir sind für den Betrieb, die Wartung und die „Rund um die Uhr“-Betreuung zuständig. Die höchsten Ladezahlen haben wir im städtischen Bereich, aber auch kleinere Kommunen sind bei den Ladevorgängen vorne dabei. Auf dem Land spielt E-Mobilität eine immer größere Rolle. In den nächsten Jahren werden wir punktuell immer in Verbindung mit den Kommunen das öffentliche Ladenetz ausbauen.

Diese Ladesäulen kann jeder nutzen?

Arnold Selbstverständlich, egal, ob Stromkunde der OVAG oder nicht. Am einfachsten mit der App „OVAG E-Mobil“. Alternativ ohne die App mit einem QR-Code auf der Säule. Als OVAG-Kunde ist der kWh-Preis etwas günstiger. Nur 15 Prozent aller Fahrzeuge werden übrigens im öffentlichen Netz geladen werden, etwa 75 Prozent zuhause, nur neun Prozent während der Arbeitszeit im Betrieb.

Veith Hierbei möchten wir unterstützen. Wir bieten Wallboxen an, einen entsprechenden Ökostrom-Tarif mit Strom aus dem Vogelsberg dazu, Beratung zu diversen Fördermöglichkeiten und die Beratung und den Kauf oder Pachtvertrag bei einer Installation einer PV-Anlage auf dem Dach.

Was bietet die OVAG auf diesem Gebiet noch für Privatkunden?

Veith Individuelle Beratung, egal, ob telefonisch oder per Mail. Auch für all diejenigen, die noch unentschlossen sind und sich erst mal schlau machen wollen. Wer Social Media-affin ist, kann sich auch Videos im Instagram-Kanal der OVAG-Gruppe unter „E-Mobilität“ anschauen und findet hier viel Wissenswertes.

Arnold Ab und zu gibt es individuelle, auch virtuelle Veranstaltungen dazu, wie jüngst ein OVAG Online Forum. Solche kostenlosen Webinare werden wir weiterhin anbieten. Für unsere Bemühungen und Investitionen sind wir ausgezeichnet worden mit dem Zertifikat „Vision E-Mobilität“ des Energieverbraucherportals.

Wenn immer mehr Menschen auf ein E-Auto umsteigen, wie wirkt sich der höhere Stromverbrauch aufs Netz der OVAG aus?

Veith Natürlich bemerken wir die Mobilitätswende auch im Haus der ovag Netz. Aktuell gehen pro Woche rund 100 Anmeldungen für Ladeeinrichtungen ein. Wir schätzen, dass es in den nächsten Jahren 5.000 bis 6.000 pro Jahr sein werden. Wir müssen zukünftige komplexere Netze mit neuen Maßstäben planen und bauen. Eine stetige Überprüfung der eingesetzten Materialstandards und Ergänzung des Portfolios um neue „smarte“ Technologien und Betriebsmittel sind die Folge. Sie müssen auch mit einer entsprechenden Personalplanung verzahnt werden.

Was erhofft Sie sich politisch vom Vorantreiben der E-Mobilität?

Veith Diese ist Teil der Verkehrswende, die wir brauchen, um die Klimaziele zu erreichen. Denn E-Autos produzieren unterm Strich nachweislich weniger CO2 als Verbrenner. Ziel der bisherigen Bundesregierung ist es, bis 2030 für den Verkehrssektor mindestens 42 Prozent weniger CO2 zu erzeugen. Und an dieser Grundausrichtung wird sich absehbar nichts ändern.

Arnold Und noch einen entscheidenden Vorteil hat das elektrische Laden: Die Wertschöpfung bleibt in der Region. Während Benzin aus ölfördernden Ländern eingekauft und hierher transportiert werden muss, wird der Strom, der bei uns geladen wird, zum Großteil direkt hier in der Region erzeugt. Und das Entgelt für die geladenen kWh bleibt im regionalen Wirtschaftskreislauf.

Persönliche Beratung zu allen Themen und der App „OVAG E-Mobil“: 06031 6848-19064, e-mobilitaet@ovag.de
Wallboxen: Stefan Hirth hirth@ovag.de, Tel. 06031 6848-1308
Angebote für Geschäftskunden: Thorsten Hankel hankel@ovag.de, Tel. 06031 6848-1383

E-Ladesäule der OVAG in Friedberg.

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