Energie sparen: Schauen, planen, handeln

Über die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Ortenberg und der Hessen Energie.

„Es hat sich für die Stadt gelohnt. Allein schon finanziell“, sagt Pia Heidenreich-Herrmann von der Stadt Ortenberg. Ohne Überheblichkeit oder Besserwisserei sagt sie das. Allerdings: „Politisch sind neue Wege nicht immer einfach durchzusetzen“, weiß Pia Heidenreich-Herrmann aus langjähriger Erfahrung. „Wenn man den Mitgliedern eines Magistrats jedoch unwiderlegbare Zahlen und Fakten vorlegt, sind sie bereit, die Sache in die Hand zu nehmen.“

So wie bei der Zusammenarbeit zwischen der Stadt und der OVAG-Tochter HessenEnergie. Auf der langen Ebene gedacht: Geld sparen, für die Natur etwas Gutes zu tun. Um dahin zu gelangen: Erst einmal schauen, wo überhaupt etwas im Argen liegt, das heißt, einen Überblick zu bekommen, um dann aus dem Handwerkskoffer die richtigen Werkzeuge auszupacken.

Es müssen wohl die richtigen Werkzeuge gewesen sein, die zum Einsatz kamen: Zwischen 2017 und 2019 allein hat die Stadt Ortenberg netto rund 13.000 Euro gespart. „Nun mehr“, sagt Pia Heidenreich-Herrmann zufrieden, „profitieren wir jährlich von zirka 33.000 Euro, die wir für Energiekosten nicht mehr aufwenden müssen.“

Seit 2007 arbeitet die gelernte Architektin im Bauamt der Stadt Ortenberg. Seit Juni 2013 ist Ortenberg Mitglied der Klima-Kommunen Hessen. Unter Federführung von Pia Heidenreich-Herrmann wurde ein Klimaschutzaktionsplan erstellt, in dem Maßnahmen zur Energieeinsparung, Klimaschutz und Klimaanpassung aufgeführt sind, welche dem Ziel Ortenbergs dienen, der besonders klimafreundlichen Kommune immer näher zu kommen. „Schon damals schwebte mir ein Energie-Management vor.“ Als sie Kontakt mit der Hessen Energie bekam, war es soweit: Einfach mal machen … „Was mich auf Anhieb von dieser Zusammenarbeit überzeugt hat: Die Mitarbeiter der HessenEnergie sind mit uns wirklich zu jeder einzelnen Liegenschaft der Stadt gefahren, um dort eine Bestandsaufnahme vorzunehmen. Und das sind immerhin 31 Orte.“ Das war 2017. „Anschließend konnten wir erste Ergebnisse vorlegen. Beispielsweise, welche Liegenschaft unverhältnismäßig viel Energie verbraucht.“

Nach diesen Ermittlungen wurde eine Liste erstellt, welche Liegenschaften bei einer Sanierung, einem Umbau, einer technischen Ertüchtigung und dergleichen Vorrang erhalten sollten. Bereits im ersten Jahr der Zusammenarbeit habe die Stadt Geld gespart, versichert Pia Heidenreich-Herrmann. „Genauso wichtig: Das Wissen, die Kenntnisse, die uns die Hessen Energie mit auf den Weg gegeben hat.“ Denn – dies ein weitere Stärke des Konzepts der HessenEnergie – alle Hausmeister der Stadt kamen in den Genuss einer Schulung. Das zeigte Wirkung schon bei vermeintlichen Kleinigkeiten. Pia Heidenreich-Herrmann: „Sie achten jetzt eher darauf, das Licht auszuschalten und die Heizkörper bei Nichtbenutzung herunterzudrehen.“ Beispielsweise wurde der Bademeister informiert, dass ein enormer Stromverbrauch beim Einschalten der Wasserspiel-Elemente entsteht. Nach der Information schaltete er die Wasserspiele bei geringem Besuch ab. Einsparung nur an dieser, vorher kaum beachteten Stelle: 31.000 Kilowattstunden. Einen weiteren Erfolg, den Pia Heidenreich-Herrmann hervorhebt: „Grundsätzlich haben wir alle Heizkessel richtig eingestellt, witterungs- und zeitgeführt.“ Vorher hatten die Kessel rund um die Uhr gebollert. Im Rahmen ihres Planes zum Schutz des Klimas ersetze die Stadt auch ihre Ölkessel, durch solche, die mit Holzpellets gefüttert werden.

Unter dem Strich: „Die Zusammenarbeit hat sich unbedingt gelohnt. Denn wir haben nun nicht nur eine monatliche Überwachung des Energieverbrauchs erreicht. Vielmehr erfassen unsere Hausmeister durch die monatliche Begehung der Liegenschaften deren baulichen und technischen Zustand. Wenn sie bei dieser Begehung sehen, dass eine Kachel von der Wand gefallen ist, können sie das gleich beheben. Als zusätzlicher Effekt hat sich so ein Facility-Management entwickelt, über das wir vorher in dieser strukturierten Art nicht verfügt haben.“

Die dreijährige, vertraglich festgezurrte Zusammenarbeit zwischen Hessen Energie und Stadt Ortenberg ist inzwischen ausgelaufen. Und jetzt? „Durch die stunden-, ja, tagelangen Gespräche sind wir soweit, um auf eigenen Füßen stehen zu können. Und wenn doch mal eine Frage auftaucht: In Wiesbaden bei der HessenEnergie hat man für uns immer ein offenes Ohr.“

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