Schnelle Hilfe durch tatkräftige Teamarbeit

Die OVAG beteiligt sich am Wiederaufbau der Trinkwasserversorgung im Hochwassergebiet.

Die Strom- und Wasserversorgung schnellstmöglich wieder auf die Beine zu stellen ist in den vom Hochwasser schwer getroffenen Gebieten derzeit eines der obersten Gebote. Die örtlichen Versorger können das jedoch oft nicht alleine stemmen und benötigen Hilfe – und die Hilfsangebote kommen aus ganz Deutschland, von anderen Versorgungsunternehmen und Firmen, die mit Material und „Manpower“ unterstützen wollen. So auch die OVAG: mit einigen Mitarbeitern aus dem Bereich Wasser war sie letzte Woche vor Ort im Ahrtal, um eine neue Desinfektions-Anlage für eine Förderpumpe zu einem Hochbehälter zu installieren. Den Kollegen der Stadtwerke vor Ort konnte damit schnell und unbürokratisch geholfen werden.

Die OVAG hat wie viele andere Versorgungsunternehmen in Deutschland ihre Hilfe angeboten und sich dazu an den Deutschen Verein des Gas- und Wasserfaches e.V. (DVGW) gewandt. Dessen Landesgruppen Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sowie der Landesverband der Energie- und Wasserwirtschaft Hessen/Rheinland-Pfalz e. V. (LDEW) haben die Koordination der Hilfesuchenden und Hilfebietenden in die Hand genommen. Sie haben eine Online-Plattform aufgestellt, auf der sich Firmen, Kommunen, Krisenstäbe und Versorgungsunternehmen eintragen können, und zwar mit genau dem, was sie gerade benötigen oder anbieten können. Björn Schmidt, Betriebsingenieur des Wasserbereiches der OVAG, hat dort ein Angebot eingestellt, unter anderem eine mobile Trinkwasserpumpe, Schläuche, eine mobile Desinfektionsanlage, Notstromaggregate und natürlich die Hilfe der OVAG-Mitarbeiter vor Ort.

Am 20. August erreichte die OVAG über dieses Portal eine Bitte um Unterstützung, konkret wurde eine Druckerhöhungspumpe im Weinort Dernau benötigt, einer Gemeinde im Landkreis Ahrweiler. Nur sechs Tage später machten sich vier Mitarbeiter der OVAG mit entsprechender Ausrüstung auf den Weg. Vor Ort wurde eine leistungsfähigere Trinkwasserpumpe gebraucht, die entladenes Trinkwasser aus Tankwagen im Tal zum höhergelegenen Hochbehälter über Dernau pumpen sollte. Die OVAG-Monteure fanden jedoch eine andere, bessere Lösung: Eigentlich war die vorhandene Pumpe leistungsfähig genug, lediglich die vorgeschaltete Desinfektionsanlage konnte nicht so schnell so viel Wasser desinfizieren wie gepumpt werden konnte und stellte so das „Nadelöhr“ dar. Die Fachleute errichteten eine zweite, parallel geschaltete Desinfektionsstrecke aus Komponenten, die größtenteils vor Ort verfügbar waren und nur durch einige Kleinteile aus dem OVAG-Bestand ergänzt werden mussten. Ein Test ergab, dass die geförderte Wassermenge nun ausreichend war, um den Hochbehälter komplett mit rund 300 Kubikmeter Wasser pro Tag zu befüllen. „Grundsätzlich gilt der Dank dafür unseren Kollegen Patric Fischer, Janik Tübben und Olaf Kalunka für die tatkräftige Teamarbeit, stets flexibel und zielorientiert. Ohne deren Einsatz und Einfallsreichtum wäre diese Lösung so nicht möglich gewesen“, freut sich Betriebsingenieur Björn Schmidt. Die Notfall-Pumpe aus dem Wasserwerk in Inheiden konnten die OVAG-Mitarbeiter wieder mit nach Hause nehmen – vielleicht für den nächsten Einsatz, wenn sie nochmals ein Hilferuf über die Online-Plattform erreicht.

Haben die Desinfektionsanlage erfolgreich zum Laufen gebracht (v. l.): Dipl.-Ing. Theo Waerder (Werkleiter des Zweckverbandes Wasserversorgung Eifel-Ahr und Geschäftsführer der SWB Regional), Bernd Hartung (Verwaltungsstab Unwetterlage „Bernd“ Koordination Trinkwasserversorgung) und die OVAG-Mitarbeiter Patric Fischer, Janik Tübben, Olaf Kalunka und Björn Schmidt.

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