Teilräumliches Wasserkonzept für Oberhessen

Hessen fördert nachhaltige und klimaangepasste öffentliche Wasserversorgung mit über 430.000 Euro.

„Für uns Menschen, die Tiere und Pflanzen ist ausreichend sauberes Wasser lebensnotwendig. Die Klimakrise und die damit einhergehenden Temperaturanstiege und Trockenphasen in Verbindung mit Änderungen bei den Niederschlägen stellt die Versorgungsbetriebe und die Kommunen vor großer Herausforderungen. Die Region ist hierbei auch auf die interkommunal betriebene Gewinnung von Trinkwasser aus der Wetterau und dem Westlichen Unteren Vogelsberg angewiesen. Damit Kommunen ihr Trinkwasser nachhaltig und klimaangepasst gestalten können, fördern wir die Erstellung eines gemeinsamen Wasserkonzeptes der Oberhessischen Versorgungsbetriebe AG (OVAG) und den von ihr versorgten Städten und Gemeinden in der Wetterau. Ich freue mich, dass ich hierfür heute den Förderbescheid in Höhe von 431.760 Euro überreichen darf“, erklärt Umweltministerin Priska Hinz. Das entspricht 80 Prozent der Gesamtkosten.

„Um besser auf diese klimatischen Veränderungen vorbereitet zu sein, hilft das Teilräumliche Wasserkonzept Oberhessen dabei, die Entwicklungen der Trinkwasserversorgung zu prognostizieren und gleichzeitig Chancen und Risiken zu ermitteln, die bei der langfristigen Sicherstellung berücksichtigt werden müssen. Gleichzeitig sollen bei der Konzepterstellung aber auch die Auswirkungen der zukünftigen Bevölkerungsentwicklung berücksichtigt werden. Hier können beispielsweise die Brauchwassernutzung oder auch Wassereinsparungen eine wichtige Rolle spielen.“

Das Teilräumliche Wasserkonzept im Versorgungsgebiet der OVAG kommt direkt 20 kommunalen Wasserversorgern zugute. „Ein wichtiger Schritt, um die Trinkwasserversorgung der Menschen in der Region langfristig zu sichern“, erklärt Ministerin Hinz. „Das Wasserkonzept leistet damit einen wichtigen Beitrag zur langfristigen Sicherstellung einer effizienten Ressourcennutzung im Sinne des Integrierten Wasserressourcen-Managements des Landes Hessens.“

In ihrem Namen übergab Staatssekretär Oliver Conz jetzt den Bescheid in der OVAG-Hauptverwaltung in Friedberg. „Wir sind erfreut über die Unterstützung durch das Land Hessen. Sie zeigt zum einen, wie wichtig ein ganzheitlicher Ansatz ist. Zum anderen ist dies auch eine Anerkennung dessen, was die OVAG in den vergangenen Jahren auf diesem Gebiet bereits geleistet hat“, sagte Joachim Arnold, OVAG-Vorstandsvorsitzender bei der Übergabe des Bescheids. „Als kommunaler Versorger haben wir den nachhaltigen Umgang mit dieser wichtigen Ressource seit Jahren im Blick. Es ist unser Anliegen, die Menschen sicher und umweltschonend zu versorgen“, ergänzte OVAG-Vorstand Oswin Veith.

Das Teilräumliche Wasserkonzept Oberhessen erfasst systematisch die örtlichen Gegebenheiten aus kommunaler und regionaler Sicht. „Außerdem prognostiziert es die zu erwartenden Entwicklungen, die Optimierungspotenziale, und passenden Maßnahmen zur langfristigen Sicherstellung der Wasserversorgung“, konkretisierte Joachim Arnold. „Hierbei ist sowohl das Zusammenspiel zwischen den kommunalen Energieversorgern und der Wasserbeschaffung durch die OVAG zu betrachten und zu bewerten als auch die Funktion des Unternehmens als zentraler Akteur im Leitungsverbund“, fügte Oswin Veith hinzu.

Im Konzept sollen das Wasserdargebot, die -nutzungen, -bedarf und das Versorgungssystem dargestellt werden. Dies jeweils mit einer Betrachtung der Gegenwart und der Zukunft, möglichst differenziert nach Wasserqualität, Zeitabhängigkeiten und Verwendungszwecken. „Ziel ist es, mögliche Risiken bei der Verfügbarkeit oder Leistungsfähigkeit zu erkennen. Daraus abgeleitet soll die nachhaltige Versorgung langfristig gewährleistet werden. Beispielsweise durch Ressourcenschutz, Einsparungen und Verwendung von Brauchwasser statt Trinkwasser“, erklärten die OVAG-Vorstände.

Die Aufgabe der Erstellung von Wasserkonzepten liegt bei den Kommunen als Trägern der Wasserversorgung. Wasserkonzepte sollen auch die Umsetzung der Maßnahmen des Wasserwirtschaftlichen Fachplans unterstützen und vorbereiten. Hierzu zählen beispielsweise die Förderung der Grundwasserneubildung durch Retention und Versickerung, die Brauchwassernutzung oder die Optimierung von Verbund- und Wassergewinnungssystemen. Der Entwurf des Fachplanes wurde am 18. Februar 2022 veröffentlicht und damit die bis April laufende Verbände- und Öffentlichkeitsbeteiligung gestartet.

Übergabe des Förderbescheids, hinten (v.l.): OVAG-Vorstand Joachim Arnold und Staatssekretär Oliver Conz. Vorne (v.l.): OVAG-Vorstand Oswin Veith, Sandra Bieker (OVAG Wasser), Renate Mäder (OVAG-Rechtsabteilung) und Dr. Wilhelm Bouwer (Umweltministerium).

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